Fragebogen

Kompetenznetz für peripartale
psychische Störungen

Netzwerk zur Früherkennung.
Hand in Hand – Perinatales Präventionsnetz
im Rhein-Neckar-Kreis

Psychische Erkrankungen in Schwangerschaft und nach der Geburt wie auch psychische Belastungen von jungen Müttern werden in ihrer Häufigkeit und Tragweite oft unterschätzt. Sie sind jedoch als Risikofaktoren für das Kindeswohl bekannt. Postpartale psychische Erkrankungen treffen Mütter in allen Bevölkerungsschichten, sie sind in hohem Maße stigmatisierend und bleiben daher oft unerkannt und unbehandelt. Die betroffenen Frauen ziehen sich aus Scham, Angst und Schuldgefühlen zurück, sind mit Therapiemaßnahmen schwer zu erreichen und verschließen sich Unterstützungsangeboten zum Kindeswohl. Durch die systematische Koordinierung von Versorgungsstrukturen der Gesundheits- und Jugendhilfe soll ein überdauerndes Netzwerk von Unterstützungsangeboten für psychisch kranke und jugendliche Mütter von Säuglingen und Kleinkindern (0-2 Jahre) zur Prävention von kindlichen Entwicklungsrisiken und Kindeswohlgefährdung während der Schwangerschaft oder nach der Geburt etabliert werden.

Das Vorhaben beinhaltet folgende Ziele:

  1. Qualifikation eines interdisziplinären Helfersystems,
  2. Identifizierung einer Risikokonstellation,
  3. Aufbau einer Beziehung zur Risikofamilie und Früherkennung von Krankheitssymptomen,
  4. Verbesserung der Erreichbarkeit und Inanspruchnahme von Unterstützungs- und Therapieangeboten,
  5. Angebote niederschwelliger Behandlung und Unterstützung durch Psychiater/Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendhilfe sowie
  6. Etablierung niederschwelliger Zugangswege zur Krisenintervention.

Das Kompetenznetz wendet sich selektiv an diejenigen Mütter, die Risikofaktoren für psychische Erkrankungen aufweisen bzw. erste Krankheitsanzeichen erkennen lassen und an jugendliche Mütter, die unter psychosozialen Belastungen und/oder ersten Anzeichen einer psychischen Erkrankung leiden. Durch erhöhte Achtsamkeit und Sensibilität derjenigen Berufsgruppen, die in der Zeit um die Geburt (perinatal) Mütter mit Säuglingen betreuen – Gynäkologen, Hebammen, Kinderärzte – sollen betroffene Frauen motiviert werden, psychiatrisch-psychotherapeutische Frühinterventionen und Unterstützungsangebote der Jugendhilfe wahrzunehmen. Die Behandlung der Erkrankung, die Beziehungsförderung zum Säugling und die Entlastung der Mutter durch den Aufbau eines individuellen sozialen Netzes sind Schwerpunkte der präventiven Maßnahmen.

Das Projekt basiert auf den vorhandenen strukturellen und personellen Ressourcen des Gesundheitssystems und der Jugendhilfe. Durch berufsgruppenspezifische Fortbildungen werden fachliche Kompetenzen vermittelt, die auf das zu realisierende peripartale Versorgungs-angebot zugeschnitten sind. Ein Handbuch mit fachlichen Informationen (u.a. Risikochecklisten, Screeninginstrumenten, Gesprächsleitfaden, Schulungsmaterial), Netzwerkstrukturen und Zugangswegen sowie mit einem Kontaktdatenverzeichnis sichert nachhaltig das Funktionieren des Netzwerks.

Weitere Informationen finden Sie unter www.hand-in-hand-rheinneckar.de


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