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Auch Vater werden
verändert das Leben.

Familie

Auch für den Vater hat sich mit dem Warten auf das Baby vieles verändert. Viele Gedanken haben sich um das Baby gedreht, meist waren es Vorfreude, Hoffnungen, manchmal aber auch Bedenken und Sorgen. Mit unrealistischen Erwartungen z.B. darüber wie das Zusammenleben mit dem Baby sein wird und festen Vorstellungen von ihrem Kind setzen sich Vater und Mutter oft selbst unter Druck.

Vielen werdenden Vätern fehlen Vorbilder für die neue Rolle. Mit ihren eigenen Väter konnten sie nicht über Verantwortung und Probleme oder auch Glück und Freude sprechen, die mit der Geburt eines Kindes auf sie zukommen werden.

Lassen Sie sich auf die neue Situation ein! Reden Sie mit Freunden und Verwandten, die bereits Väter sind! Lesen Sie ein Buch für Väter. Professionelle Beratung kann ebenfalls helfen.

Vater werden bedeutet, das Baby kennen zu lernen und sich auf seine Bedürfnisse einzustellen.

Tipps: Wie lerne ich mein Baby kennen?

  • Beobachten Sie Ihr Baby.
  • Lernen Sie seine Reaktionen kennen.
  • Versuchen Sie seine Signale zu verstehen.
  • Reden Sie mit Ihrem Baby und beschreiben Sie Ihrem Baby, was Sie mit ihm tun, z.B. beim Wickeln und Füttern.
  • Geben Sie ein Echo auf die Signale Ihres Baby, z.B. lächeln Sie zurück.
  • Machen Sie Ihr Baby auf seine Umwelt aufmerksam und lassen Sie ihm Zeit, selbst etwas zu entdecken.
  • Beruhigen Sie Ihr Baby, wenn es sich nicht wohl fühlt, z.B. mit Streicheln, Wiegen oder einem Lied.

... Ihr Baby wird Sie noch auf viele andere Ideen bringen.

Aus Partnern werden Eltern.

Familie

Wenn ein Paar Nachwuchs bekommt, ändert sich auch die Partnerschaft. Was zu zweit problemlos geklappt hat, kann plötzlich ins Wanken geraten, wenn man zu dritt ist. Der Umgang in der Familie muss neu ausgelotet werden. Das gilt nicht nur für neue Eltern, sondern auch dann, wenn ein weiteres Kind geboren wird. Einer der größten Stolpersteine dabei sind unterschiedliche bzw. unausgesprochene Erwartungen an die Elternschaft. Das kann schon während der Schwangerschaft zu Unstimmigkeiten und Missverständnissen führen. Wird nicht offen darüber gesprochen, besteht nach der Geburt des Kindes die Gefahr, dass aus Unstimmigkeiten Konflikte entstehen.

Bei allem Glück – die ersten Wochen sind anstrengend, die Versorgung eines Babys erfordert viel Energie: die Nächte sind oft kurz, auch tags gibt es kaum Erholungsphasen, das Baby gibt den Tagesablauf vor und wirft oft alle Pläne um. Flexibiliät und Improvisation sind angesagt und wechselseitige Unterstützung und Entlastung jetzt gefragt. Auch die Unsicherheit im Umgang mit dem Baby, z.B. beim Füttern oder Beruhigen, kostet Kraft.

Tipps: Wie können Eltern Partner bleiben?

  • Planen Sie bereits vor der Geburt Zeit für einander ein.
  • Suchen Sie gemeinsam Personen aus, die Sie in der Anfangsphase unterstützen.
  • Vergessen Sie Ihre Hobbies nicht, auch wenn diese geplant werden müssen.
  • Sind Sie großzügig, auch wenn Ihre Partnerin manchmal überfordert und gereizt ist.
  • Sprechen Sie mit Ihrer Partnerin über das, was Sie irritiert, stört oder kränkt.
  • Reden Sie mit Freunden über Ihre veränderten Lebensumstände.
  • Scheuen Sie sich nicht, bei Bedarf auch professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. (Beratungseinrichtungen)
  • Denken Sie daran, dass Frauen nach der Geburt eine zeitlang ein verringertes sexuelles Verlangen haben.
  • Finden Sie neue Wege, Zuneigung und Intimität zu zeigen.

Wenn der Alltag
sich nicht einstellen will.

Oft fühlen sich Frauen in der ersten Zeit nach der Geburt eines Babys überfordert . Wenn sie nicht alleine zu recht kommen, obwohl das doch jetzt die glücklichste Zeit in ihrem Leben sein sollte, schämen sie sich. Der Partner kann diese Gefühle oft nicht verstehen, so kennt er seine Frau nicht. Zureden und Versuche, zu helfen führen nicht weiter. Er ist ratlos.

Hinter solchen Gedanken und Gefühlen der Partnerin können sich auch seelische Krankheiten verbergen, wie z.B. eine postpartale Depression oder Angsterkrankung, manchmal auch eine andere Erkrankung.

So genannte Frühsymptome, können sein, wenn Ihre Partnerin

  • sich nicht mehr freuen kann.
  • Angst und Sorgen um das Baby keinen Platz für liebevolle Gefühle und Freude am Baby lassen.
  • keinen erholsamen Schlaf mehr findet.
  • sich ständig erschöpft fühlt.
  • häufig gereizt oder misstrauisch ist.
  • sich am ständig zurückzieht.
  • unruhig ist und wie getrieben wirkt.
  • unrealistische oder belastende Gedanken hat.
  • häufig überschwängliche Gefühle zeigt.

Psychische Erkrankungen nach der Geburt sind nicht selten, aber ...
„darüber spricht man nicht“.

Wenn man nicht in das Bild der glücklichen jungen Familie passt, können Kritik und Abwertung aus der nächsten Umgebung schneller aufkommen als Verständnis und Unterstützung.

Psychische Erkrankungen sind gut zu behandelnde Erkrankungen, die mit körperlichen Vorgängen zusammen hängen. Je schneller sie behandelt werden, desto mehr Zeit gewinnen Mutter und Kind füreinander.

Tipps: Was können Sie für Ihre Partnerin tun?

  • Entlasten Sie sie bei der Versorgung des Babys.
  • Helfen Sie ihr, Schlaf zu finden.
  • Holen Sie Unterstützung ins Haus, wenn Sie nicht da sein können.
  • Machen Sie sich kundig.
  • Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme über die Veränderungen, die Sie bei Ihrer Partnerin bemerkt haben.
  • Sprechen Sie mit ihrer Familie und Freunden. Viele kennen psychische Probleme aus eigener Erfahrung.
  • Reden Sie mit Ihrem Hausarzt über das veränderte Verhalten Ihrer Partnerin.
  • Lassen Sie sich einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie empfehlen, der Sie berät.
  • Überzeugen Sie Ihre Partnerin, auch wenn sie anderer Meinung ist, dass sie für sich und das Baby das Beste tut, wenn sie fachliche Hilfe annimmt.

Wenn Ihre Partnerin nicht mehr Leben möchte.

  • Nehmen Sie es ernst, wenn Ihre Partnerin Gedanken äußert, sich etwas antun zu wollen.
  • Suchen Sie so rasch wie möglich fachliche Hilfe auf.

Wenn es dem Vater selbst
nicht gut geht.

Die Anforderungen einer Vaterschaft können auch bei Vätern zu psychischen Problemen führen. Wenn Sie feststellen, dass Sie selbst unter psychischen Symptomen wie Ängstlichkeit, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und unter Erschöpfung leiden, schämen Sie sich nicht. Reden Sie darüber und holen sich die Hilfe, die Sie brauchen.

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